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Neue Heimat für Fledermäuse in der Luisenstraße

Mit Wegweisern und Werbung kann man die gesuchten neuen „Mitbewohner“ nicht in die Luisenstraße locken. Denn die „Wunschmieter“ für den dortigen Dachboden, die die Gruppe „Artenvielfalt“ der lokalen Agenda Hockenheim fest im Auge haben, sind Analphabeten: In der Luisenstraße sollen nämlich demnächst Fledermäuse einziehen.

Die zum Teil vom Aussterben bedrohten und unter Schutz stehenden Tiere sollen damit die Möglichkeit haben, wieder einen Lebensraum im Stadtgebiet zu finden. Deshalb haben Schreinermeister Christian Hauser vom Bauhof Hockenheim und Hausmeister Franz Bachert zusammen mit Sybilla Albert und Horst Eichhorn von der Agenda-Gruppe "Artenvielfalt" alles getan, damit die neuen „Untermieter“ auch den Weg in die für sie bereitgestellten Räumlichkeiten finden. Und diese befinden sich direkt unter dem Dach, erreichbar über ein kleines Loch im Holzbalken der Dachkonstruktion.

Einziehen, so die Vorstellung der Agendagruppe, sollen dann „Breitflügelfledermäuse“ oder das „Große Mausohr“, beides Fledermausarten, die im Stadtgebiet vorkommen. Denn während es früher für die nachtaktiven Flieger wenig Probleme gab, ein Quartier zu finden, sind die Fledermäuse heute auf die Hilfe anderer angewiesen: Gut isolierte Neubauten oder ausgebaute Dachböden bieten eben nur noch wenig Möglichkeiten für ein Fledermaus-Quartier.

Dabei brauchen die kleinen Tiere nicht viel: Ruhe und eine gewisse Höhe des Dachbodens sind z. B. die Voraussetzungen, die beim ungenutzten Speicher in der Luisenstraße vorhanden sind. Die Fledermäuse selber sind pflegeleicht und ungefährlich: Denn ihre Zähne sind nicht in der Lage, Dämmmaterial, Holz oder ähnliches anzuknabbern. Den Fledermäusen steht dafür der Sinn nach nachtaktiven Insekten, weshalb sie vor allem in der Land- und Forstwirtschaft als äußerst nützliche Tiere gelten.

Neben der Luisenstraße hat die Agendagruppe noch weitere mögliche Quartiere für Fledermäuse in städtischen Gebäuden in der Oftersheimer Straße und der Lessingstraße vorgesehen: Auch hier möchte man mit einfachen Mitteln, wie z. B. dem Anbringen von Dachlatten oder dem Einsetzen von Lüftungsziegeln, den geschützten Tieren helfen.

Die Gruppe „Artenvielfalt“ der lokalen Agenda Hockenheim setzt sich hat seit Jahren aktiv für den nachhaltigen Naturschutz ein. So führt sie regelmäßig den „Tag der Artenvielfalt“ durch, aber auch kleinere Projekte wie z. B. den Bau eines Insektenhotels oder dem Halten einer Schulstunde zur Nachhaltigkeit in Zusammenarbeit mit der Beauftragten für die Lokale Agenda, Ruth Kupper.


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